Genuss statt Kalorienzählen

Genuss statt Kalorienzählen

Im letzten Blogeintrag haben wir uns aus wissenschaftlicher und statistischer Sicht angesehen, warum Kalorien zählen sehr ungenau ist. Aber welche Auswirkungen hat Kalorienzählen auf unser Bewusstsein?

Kurzer Rückblick

Bevor wir damit starten noch einmal ein kurzer Rückblick, wieso es so schwierig ist, korrekte Angaben für die aufgenommenen Kalorien zu erhalten.

1)      Die Angabe auf dem Lebensmitteletikett unterliegen große Schwankungen.

2)      Es wird der physikalische Nährwert und nicht der physiologische Nährwert angegeben.

3)      Lebensmittel werden unterschiedlich absorbiert.

4)      Individuen haben unterschiedliche Darmbakterien und können so unterschiedlich gut aufgenommen werden.

5)      Verschiedene Zubereitungsarten führen zu Nährwertveränderungen.

6)      Kalorien zu zählen bedeutet mehr Stress für den Körper.

7)      Bei der Einschätzung der Portionsgröße schätzen wir die Portionen meist ungenau ein.

8)      Niemand kennt seinen genauen Energieumsatz.

 

Weniger Genuss

Das Konzept von „ich esse mehr – nehme zu oder ich esse weniger – und nehme ab“ klingt super. Doch leider ist es nicht so einfach. Vor circa 100 Jahren wurde erstmals eine Formel für den Energiebedarf von den Wissenschaftlern Harris Benedict veröffentlicht. Diese Formel ist nach wie vor in der Wissenschaft eine Methode (neben vielen anderen), um den eigenen Kalorienumsatz zu bestimmen. Sie berücksichtigt das Geschlecht und das Alter und kann so von jedem angewendet werden. Gängige Tracking Apps greifen auch auf solche Formeln zurück. Ist der Wunsch Abnehmen, dann ziehen sie ein paar Kalorien ab, beim Wunsch Zunehmen geben sie ein größeres Kalorienziel an.

Der einzige Vorteil von Kalorienzählen ist, dass wir einen guten Überblick über den ungefähren Energiegehalt sowie die Nährwertzusammensetzung bekommen. Ich kann schnell und einfach tracken, ob Brokkoli oder Kuchen mehr Energie, Fett etc. hat. Klar ist jedoch, dass striktes Kalorienzählen zu weniger Genuss des Essens führt. Zahlen erscheinen plötzlich wichtiger als der eigentliche Genuss der Speise. Gerade Personen mit akuten oder vergangenen Essstörungen sollten vorher mit ihrem Arzt Rücksprache halten, ob es für einen geeignet ist.

Beim Abnehmen spielen aber viele weitere Rollen eine gravierende Rolle, als nur ein Kaloriendefizit aufzuweisen. Treibst du Sport? Und wenn ja, wie machst du ihn? Stimmen deine sportlichen Handlungen mit deinen Zielen überein? Bekommst du genügend Schlaf? Wie hoch ist dein Stresslevel im Alltag? Es gibt jedoch auch Einflüsse, die wir weniger beeinflussen können, wie z.B. den Hormonhaushalt. All diese Faktoren sind individuell und brauchen dementsprechend auch eine individuelle Beratung, wenn man bestmögliche Ergebnisse erzielen will.

Was beim Kalorienzählen schief laufen kann

1)    Dein Grundumsatz wird nicht stimmen. Wie beschrieben gibt es zwar Formeln, die deinen Grundumsatz angeben, der einzige korrekte Weg ist jedoch, durch indirekte Kalorimetrie den eigenen Umsatz zu messen. Dazu trägt man eine Maske und ist an einer Maschine angeschlossen, die den Sauerstoffverbrauch und die Kohlendioxidabgabe misst.

2)    Angaben auf den Lebensmitteln sind sehr ungenau. Erlaubt sind bis zu 20 % Schwankungen auf den Etiketten. 250 kcal können also 200 kcal oder 300 kcal sein.

3)    Du weißt nicht, wie viele Kalorien du wirklich absorbieren kannst. 1 kcal ist leider nicht genau 1 kcal. Je verarbeiteter das Lebensmittel, umso mehr kann meist aufgenommen werden. Je mehr Ballaststoffe ein Lebensmittel erhält, desto weniger wird aufgenommen.

4)    Kalorienzählen kann deiner Gesundheit schaden. Auch wenn du keine Anzeichen von Essstörungen zeigst und keine Vergangenheit damit hast: Kalorienzählen lässt dich dein Hungergefühl ignorieren. Dein Körper sendet Hormone aus, dir deinem Kopf mitteilen, dass du essen sollst. Sagt dir deine App, dass du heute schon genug gegessen hast, aber du bist immer noch hungrig, ignorierst du ganz einfach deinen Körper. Das Gleiche ist andersrum. Stopfst du noch die letzten Kalorien in dich hinein, weil du noch etwas essen musst, ignorierst du die Sättigungsgefühle. Vertraust du einer App in dieser Hinsicht mehr als deinem Körper?

5)   Kalorienzählen unterstreicht das falsche Konzept, dass man Kalorien abtrainieren kann. Die Idee, dass du zu viel gegessene Kalorien einfach mit Sport weg bekommt, ist leider falsch. Dein Körper verbrennt die Kalorien deines Essens nicht Stück für Stück. Zudem würde es dich sehr, sehr viel Zeit kosten, im Gym jede Junk Food Kalorie abzutrainieren. Davon alleine würdest du wieder hungrig werden. Gelegentlich zu viel zu Essen ist etwas, womit dein Körper umgehen kann ohne zuzunehmen. Es ist das konstante Über(fr)essen, das einen zunehmen lässt.

Tricks statt Kalorienzählen

Anstelle also jede Kalorie zu zählen, die du isst (und ggf. auch absorbierst), versuche folgende Tricks, und du wirst gute Ergebnisse beim Abnehmen erzielen:

Kaufe hauptsächlich frische, natürliche Lebensmittel (am besten Bioqualität) und stelle dir beim Essen keine Kalorien vor. Versuche deine Ernährung als Ganzes zu betrachten anstelle von verschiedenen kleinen Teilen. Das bedeutet: Iss Gemüse, Früchte, Vollkorngetreide, mageres Protein. Iss mit Bedacht: Kaue gut, iss langsam, versuche die Textur und die Konsistenz zu schmecken. Welche Unterschiede haben verschiedene Farben im Geschmack? Stopfe dich nicht voll, sondern stoppe, wenn du zu 80% „voll“ bist.

Mit diesen Tricks kehrt Genuss zurück in dein Leben!

Viel Spaß beim Ausprobieren,

Rick Schmitz

 

Durch Kalorienzählen zur Traumfigur?

Jeder kennt die Situation: Der Sommer ist da und der Beachbody ist noch nicht erreicht. Man hört sich etwas um oder googelt den schnellsten Weg, wie man Fett verliert. Egal welche Diät dazu gewählt wird, meist basiert sie auf der Methode der Kalorieneinschränkung. Der nächste Schritt ist meist, dass man sich einen Fitnesstracker runterlädt und beginnt, Kalorien zu zählen. Doch Kalorienzählen beinhaltet viele Tücken. Bevor wir jedoch die einzelnen Beschränkungen des Kalorienzählens auflisten, kommt erstmal ein kleiner Exkurs über den Begriff Kalorien.

Was sind Kalorien?

Eine Kalorie bzw. eine Kilokalorie ist eine veraltete Einheit um auszudrücken, wie viel Energie notwendig ist, um einen Liter Wasser von 14,5 °C auf 15,5 °C zu erwärmen. Die momentan verwendete Energieeinheit in der Wissenschaft nennt sich Joule und beschreibt jene Energiemenge, die notwendig ist, um ein Kilogramm mit einer Kraft von einem Newton um einen Meter zu anzuheben.

Umrechnungsfaktoren:

1 kJ= 1000 Joule = 0,239 kcal oder

1 kcal= 4,184 kJ

Generell gilt: Nehme ich mehr Energie mit der Nahrung auf als ich benötige nehme ich Gewicht zu. Nehme ich weniger Energie auf als ich benötige verliere ich Gewicht. Kalorienzählen soll einem dabei helfen, dies zu schaffen. Das Problem ist leider nur, dass Kalorienzählen nicht exakt ist und viele Fehler beinhaltet.

Fehler bei Kalorienzählen

1) Angaben auf dem Lebensmitteletikett:

Die Angaben auf den Lebensmitteletiketten sind meist nicht richtig: Im besten Fall hat der Hersteller

des Produkts es im Labor in einem sogenannten Bombenkalorimeter testen lassen. Diese Methode

misst jedoch den physikalischen Brennwert. Der physikalischen Brennwert ist die Angabe der

enthaltenen Energie, wenn das Produkt komplett verbrannt bzw. die ganze Energie verwendet ist. Bei dieser Methode wird zudem nur ein kleines Stück des Produktes gemessen und nicht das komplette Produkt. Von diesem Teil wird anschließend auf das Ganze hochgerechnet. Und: Niemand weiß, wie das Produkt getestet wurde – im rohen Zustand, im gebackenen, gekochten etc. Je nach Zubereitungsart bleiben mehr oder weniger Inhaltsstoffe erhalten.

2) Was passiert, wenn das Lebensmittel im Körper ist?

Das Lebensmittel beinhaltet also einen physikalischen Brennwert. Unser Körper verwertet Lebensmittel jedoch nicht zu 100%. Im Körper herrschen viele Auf-, Um-, Ab- oder Transportprozesse, die wieder Energie kosten und bei denen Abfallprodukte entstehen. Kurz gesagt: Der Körper kann die Energie nicht zu 100% verwerten. Es gibt zwar grobe Angaben wieviel wirklich verwertet werden kann, jedoch variiert die Aufnahme von Produkt zu Produkt und niemand kann sagen wieviel wirklich absorbiert wird.

3) Datenbanken sind nicht korrekt

Nur 10% der Produkte, die in modernen Lebensmitteldatenbanken zu finden sind, wurden wirklich im Labor (wie oben beschrieben) getestet. Die restlichen Produkte wurden von anderen Produkten intrapoliert. Diese Ungenauigkeiten können bis zu 50% entsprechen. So können zum Beispiel 150 kcal entweder von 130-180 kcal bedeuten. Gerade bei Obst und Gemüse kann man den Unterschied schmecken. Nehmen wir das Beispiel Rucola. Wurde der Rucola am Morgen gepflückt schmeckt er meist schärfer, da er mehr Bitterstoffe enthält. Keine Datenbank kann aber sagen, ob mein Rucola aus dem Supermarkt am Morgen oder Abend gepflückt wurde.

4) Es werden nicht alle Kalorien aufgenommen

Das trifft vor allem auf Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Ballaststoffen zu.

5) Die Zubereitungsart kann die Kalorienaufnahme erhöhen

So haben zum Beispiel gekochte Eier um bis zu 35% mehr Energie, die der Körper verwerten kann, als rohe Eier. Umso kleiner die Lebensmittel geschnitten werden (oder sogar im Blender zubereitet) können bis zu 90% mehr Kalorien aufgenommen werden.

6) Darmbakterien

Wir alle haben eine einzigartige Darmflora. Unterschiedliche Gehalte und Arten von Darmbakterien können zu einer erhöhten Aufnahme von 150 kcal pro Tag führen.

7) Einschätzung der Portionsgröße

Nicht jeder hat jederzeit eine Waage dabei, um seine Portion zu messen. Meist tendiert man unbewusst bei seinen Lieblingsspeisen dazu, kleinere Angaben zu machen. Gerade bei fetthaltigen Lebensmitteln, wie Käse, Olivenöl, Avocado oder Nussbutter, können so schnell 100kcal mehr auf dem Teller landen.

8) Kalorienzählen ist weiterer Stress

Abnehmen bedeutet für den Körper schon Stress, da er an seine Reserven gehen muss, um diese zu verarbeiten. Kalorienzählen ist weitere Arbeit für den Körper und bedeutet vermehrten Stress. Gerade bei Familienfeiern, Geburtstagen etc. will sich niemand anhören müssen warum man eine Waage gerade auf den Tisch stellt oder Diskussionen führen, warum man kein Stück vom Kuchen nehmen will.

Resümee

Nährwertangaben auf Lebensmitteln sind sehr ungenau. Wir können nicht alle Kalorien verwerten, die in den Lebensmitteln enthalten sind. Die Art und Weise der Zubereitung verändert den Gehalt an Energie, die wir absorbieren. Durch individuelle Darmflora verwertet Jeder Kalorien auf andere Art und Weise, und die eigene Einschätzung von Portionsgrößen ist sehr ungenau. Kalorienzählen eignet sich, um einen groben Überblick über Lebensmittel und deren Energiegehalt zu bekommen, wenn man sich noch nie mit Ernährung beschäftigt hat. Es ist jedoch kein geeigneter Weg, um wirklich langfristig Gewicht abzunehmen.

Ziele erreichen

Du willst deine Ziele endlich erreichen? Wir helfen dir gerne dabei. Zum Beispiel bei unserer „Road to 100% Vol. 2“ werden wir genauer darauf eingehen, welche Art und Weise du für deinen Körpertypen essen kannst um deine Ziele zu erreichen.

Viel Spaß beim Genießen,

Rick Schmitz

Bildquellen:

https://assets.precisionnutrition.com/wp-content/uploads/2016/03/precision-nutrition-counting-calories-prob-INFO.png

https://i.dietdoctor.com/wp-content/uploads/2017/04/CRaP3-1024×853.jpg?auto=compress%2Cformat&w=1024&h=853&fit=crop

Im Portrait! Sebastian Rieder

Im Portrait! Sebastian Rieder ist Headcoach und Geschäftsführer von CrossFit Vienna und hat CrossFit nach Österreich gebracht. Was Sport für sein Leben bedeutet, was er wirklich gerne macht und wo seine Stärken und Schwächen liegen erzählt er euch selbst.

Begonnen hat meine Liebe zum Sport schon in jungen Jahren und sie ist auch sicher zum Teil meinen älteren Brüdern geschuldet. Von klein auf habe ich stundenlang mit ihnen Fußball, Tennis, Basketball und viele andere Ballsportarten ausgeübt. Während meiner Gymnasialzeit habe ich als Amateur mäßig Fußball gespielt, und in der Schülerliga mit unserem Schulteam tolle Resultate im Basketball erzielt. Tennis war in all den Jahren auch immer ein ständiger Wegbereiter.

Faszination Kampf- und Selbstverteidigungskunst

Mit 16 Jahren habe ich dann zum ersten Mal eine Selbstverteidigungskunst ausprobiert – Aikido. Begeistert, aber nicht vollständig überzeugt, habe ich dann über Umwege Wing Tsun entdeckt. Diese Kampf- und Selbstverteidungskunst hat mich von Anfang an begeistert und fasziniert. Die Mischung aus Zen-Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus und das intellektuell und körperlich anstrengende Training ließen mich während meines Studiums, oft mehrere Stunden am Tag trainieren. Ich begann auch neben meinem Studium Wing Tun zu unterrichten und habe festgestellt, dass mir das lehren große Freude bereitet. Komplexe Sachverhalte greif- und spürbar zu machen, das Training körperlich herausfordernd zu gestalten und mich immer wieder am Fortschritt anderer zu erfreuen, ließen in mir den Wunsch wachsen eine unterrichtende Tätigkeit als Lebensinhalt auszuüben.

CrossFit als Wendepunkt

Nach mehreren Jahren intensiven WT Trainings und immer noch auf der Suche nach einem vernünftigen Fitnessprogramm, brachte mich schließlich ein Freund zu CrossFit. Er erzählte mir von seinem Buds-Prep Programm, dass ich eine Zeit lang durchführte – laufen, schwimmen, Sit-ups, Push-ups, Pull-ups – JEDEN TAG. Auf der Suche nach mehr entdeckte ich Anfang 2007 Sealfit und dort einen Verweis zu dem Artikel: „What is Fitness?“ von Greg Glasmann. Dieser Artikel wurde zu einem Wendepunkt in meinem Leben und kam genau zur richtigen Zeit. Ich begann neben Wing Tsun, auch intensiv 5-6 mal pro Woche in einem kleinen Keller im 8.Bezirk CrossFit zu trainieren.

Im September 2007 gab es dann das erste Level 1 in Manchester bei Karl Steadman in der Box (noch mehr Old-School als das Dungeon ;-), das ich sofort buchte. Dort traf ich zum ersten Mal CrossFit Gründer Greg Glassman persönlich, und wir sprachen über Genetik und wie Sport und Bewegung die Genexpression verändern können. 2008 begann ich dann in einem sehr kleinen Kreis Verwandte und gute Freunde zu trainieren. 2009 kurz vor Abschluss meines Mathematik-Studiums habe ich dann den Entschluss gefällt CrossFit hauptberuflich zu machen – und CrossFit Vienna ins Leben gerufen. CrossFit Vienna gehörte damals mit Basel und Ansbach, zu den ersten Boxen im deutschsprachigen Raum.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Und wie Hermann Hesse so schön schreibt – „jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – waren die ersten Jahre einfach ein wunderbarer Aufbruch zu etwas Großem. Langsam aber stetig kam einer nach dem anderen in den Keller (The Dungeon) und ich durfte sie mit meiner Leidenschaft für CrossFit anstecken.

2009 traute ich mich dann über das alte CrossFit Level 2 – eine sehr rigorose praktische Coaching Prüfung. Von den 45+ Leuten kamen nur 3 durch – und ich war einer der Glücklichen. Daraufhin fragte mich das CrossFit Headquarter, ob ich nicht an einem Internship interessiert wäre. Seit 9 Jahren arbeite ich nun Wochenende für Wochenende für CrossFit und bilde auf der ganzen Welt Trainer aus. Das hat mich zu vielen spannenden Orten gebracht – zum Ort der ersten CrossFit Games nach Aromas auf die Ranch von Dave Castros Bruder, Nach Djibouti auf eine Militärbasis in der Wüste.

2013 kam dann als nächste Location das Loft und das Warehouse dazu. Julian hat wenig später dann auch das Starship aufgesperrt. Die CrossFit Vienna Family wurde größer und größer. Gregor Rath hat dann das Warehouse übernommen und ist seinen eigenen, spannenden Weg gegangen mit Strongfit.

Z-Health

Neben CrossFit ist meine nächste Leidenschaft Z-Health bzw. das Gehirn geworden. Nach mehreren Jahren, die ich berufsbedingt keine Kurse machen konnte, entschloss ich mich 2014 dazu, mit meiner Z-Health Ausbildung zu beginnen und werde sie dieses oder nächstes Jahr als Master Trainer abschließen. Das Gehirn in seiner Komplexität ist faszinierend und es ist wie ein Abenteuer mit Athleten zusammen zu arbeiten, die oft Jahre lang an Defiziten und Schmerzen gelitten haben und plötzlich wieder ein ganz neues Gefühl für ihren Körper bekommen.

Ich selbst habe diese Veränderung ganz intensiv an meinen Augen feststellen können. Ich habe seit dem 14 Lebensjahr eine Brille getragen und wurde sie 2015 wieder los. Der erste Schritt war es wieder binokular zu sehen (mein Gehirn hat das Bild eines Auges quasi unterdrückt) und dann langsam wieder meine Kurzsichtigkeit zu beheben (Wer hat Interesse an einem Augenseminar?).

Mehr Zeit für die Familie

Mittlerweile versuche ich es ein bisschen ruhiger anzugehen und mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Zwei Kleinkinder und eine große Tochter halten mich ganz schön auf Trab. Neben CrossFit versuche ich auch wieder einem alten CrossFit Motto (siehe Fitness in 100 Words; Link: https://stuff.crossfit.com/products/fitness-in-100-words) zu folgen: Regulary Learn and Play New Sports. Ich spiele wieder Tennis, gehe ab und zu klettern, habe letztens 8 Sportarten in 4 Tagen ausprobiert und gelernt.

Eine tiefe Erkenntnis

Was ich in all den Jahren mit CrossFit gelernt habe? CrossFit trainiert man nicht zum Selbstzweck, es geht darum fit für das Leben zu werden. Ich habe auf meinem Weg so viele tolle Trainer, Mentoren und Athleten kennen lernen dürfen und freue mich schon auf all die weiteren Erfahrungen in unser CrossFit Community.

 

SQUAT / Kniebeuge: Teil 2 – Knochenrhythmus (Bone Rhythm)

SQUAT / Kniebeuge: Teil 2 – Knochenrhythmus (Bone Rhythm)

Im letzten Blogpost haben wir uns der Bedeutung der Balance für eine bessere Kniebeuge gewidmet. Der zweite, ebenfalls gehirnbasierte Tipp, den ich euch für eine bessere Körperkontrolle mitgeben möchte, ist der Knochenrhythmus (Bone Rhythm). Neben der Balance ist der Knochenrhythmus ein entscheidender Faktor, durch den ihr eure Kniebeugen verbessern könnt – sowohl die Ausführung als auch die Kraftwerte.

Knochenrhythmus

Knochenrhythmus ist ein großartiges Werkzeug, um Athleten anfänglich ein besseres Gefühl für die Bewegung zu geben. Der Athlet soll sich darauf konzentrieren zu spüren, wie sich beide Enden eines Knochens in den jeweiligen Gelenken in entgegengesetzte Richtungen bewegen.

Schauen wir uns das mal im Detail am Beispiel der Kniebeuge in Bezug auf den Oberschenkelknochen (Femur) an. Bei einer guten Kniebeuge wandern die Knie zur selben Zeit dieselbe Distanz nach vorne, wie die Hüfte nach hinten wandert. Genauer gesagt findet in der Hüfte eine Roll-Gleit-Bewegung des Hüftkopfes nach hinten-unten (oder lateinisch: posterior-inferior) statt. Der Kopf wandert in der Hüfte nach hinten und unten, gleichzeitig sollte nach dem Prinzip des Knochenrhythmus der vordere Anteil der „Femurkondylen“ nach vorne und auch oben wandern (lateinisch: anterior-superior). Im Umkehrschluss, sollten beide Gelenke (Knie und Hüfte) zur selben Zeit zur vollen Streckung gelangen.

Gesäß geht zu weit nach hinten

Mit den Knien eingeleitet

Oft ist die Roll-Gleit-Bewegung im Gelenk nicht optimal ausgeprägt. Das liegt oft an einer fehlerhaften Ansteuerung, kann aber den Grund auch in einer „zu steifen“ Gelenkkapsel haben (z.B. hintere Gelenkkapsel im Hüftgelenk, die das nach hinten Gleiten behindert). Oft wird durch eine verbesserte motorische Kontrolle, sprich eine bessere Kniebeuge in Bezug auf den Knochenrhythmus, die Gelenkkapsel mobiler und die Kniebeuge fällt dem Athleten leichter.

 

Guter Knochenrhythmus

Vorteile durch Knochenrhythmus

Eine Kniebeuge, die so eingeleitet wird, hat 2 entscheidende Vorteile:

– der Oberkörper des Athleten kann besser aufrecht gehalten werden

– es kommt zu keiner Verschiebung des Schwerpunktes

Ein weiterer RIESEN-Vorteil des Knochenrhythmus ist, dass der Athlet sich nicht auf die Muskulatur, sondern eben auf die Bewegung des Knochen konzentriert. Richtig angeleitet entspricht dies einem externen Fokus, welcher im Vergleich zu einem internen auf die Muskulatur gerichteten Fokus, zu einer erhöhten Bewegungseffizienz führt.

Für den Oberschenkelknochen ist das noch recht leicht spür- und vorstellbar. Schwieriger wird es aber schon zum Beispiel bei unserem Unterschenkel. In der Kniebeuge oder bei einem Ausfallschritt wandert der vordere Anteil des Schienbeinkopfes im Kniegelenk nach vorne und unten, während die Knöchel (medialer und lateraler Malleolus) im Sprunggelenk nach hinten und oben wandern sollten. Für die meisten Athleten muss die Bewegung im Kniegelenk nicht geübt werden, aber die Bewegung im Sprunggelenk ist oft sehr eingeschränkt. Ein bewusstes Üben des korrekten Knochenrhythmus, mit Fokus auf einer Bewegung der Knöchel nach hinten und oben, kann rasch zu einer eklatanten Verbesserung des Bewegungsumfanges und der Bewegungsqualität führen. Knochenrhythmus-Training kann man für alle Bewegungen durchführen.

Am schnellsten lernt man den richtigen Rhythmus, wenn man gutes Feedback von einem Trainingspartner oder einem erfahrenen Trainer bekommt.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Herumspielen,

Sebastian Rieder

Das effektivste Park Workout

Das effektivste Park Workout

Skills & Drills with Coach B | The Park Bench Workout
October 18, 2017

Wie kann ich meine Leistung und mein Wohlbefinden durch Fett in der Ernährung verbessern?

Wie kann ich meine Leistung und mein Wohlbefinden durch Fett in der Ernährung verbessern?

Das Wort „Ernährung“ stammt eigentlich aus dem deutschen vom Wort „narunge“ ab. „Narunge“ bedeutet so viel wie „genesen“- oder „wieder gesund machen“. Eine gesunde Ernährung liefert uns nicht nur alle wesentliche Nährstoffe die unser Körper für den Alltag braucht, sondern kann auch unsere mentale und physische Leistung steigern. Wer mehr über einen gesunden Lebensstil lernen mag, ist gerne eingeladen am Montag, den 2.10 um 20 Uhr ins Loft zum Ernährungstalk „All about FAT“ mit Coach Rick zu kommen.

September 26, 2017

Warum du hirnbasiertes Training machen solltest

Warum du hirnbasiertes Training machen solltest

Sebastian Rieder erzählt was ihn dazu gebracht hat nun auch die neurologische Seite des Trainings bei Crossfit Vienna zu integrieren und was ihr bei dem Vortrag am Montag den 25. September um 20:00 alles erfahren werdet. 

Seit über 2 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Neurologie, dem Gehirn und Bewegung. Wir haben in den letzten Monaten schon vermehrt sehr gezielte Joint Mobility Übungen in unser Klassen eingebaut. Manche von Euch haben vielleicht schon ein paar fortgeschrittene Balance und Augenübungen gemacht. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und bieten euch einen 12 wöchigen „3 Pillars Strong“ Kurs an, der Euch und Eure Performance drastisch verbessern wird.

Leistung basiert auf 3 Säulen = Bewegung + Sehvermögen + Balance

Die meisten Fitnessprogramme fokussieren sich ausschließlich auf den Bewegungsteil und lassen das Seh- und Balancevermögen völlig ausser Acht. Wenn man den Körper und das Gehirn versteht, merkt man sehr bald, dass man für optimale Leistungsfähigkeit zusätzlich ein exzellentes Sehvermögen und Balance benötigt. Jedes der einzelnen Systeme muss gut funktionieren und sie müssen ebenso gut miteinander kommunizieren – eine nette Analogie ist ein GPS System, das ebenfalls 3 Satelliten benötigt um den Standort genau bestimmen zu können.

Unserem Körper (Gehirn) geht es genauso, es benötigt guten Input von allen 3 Systemen um einen guten Output zu erzeugen! Wer kräftiger, schneller, ausdauernder, beweglicher, schmerzfrei etc. sein möchte, der muss jeden dieser Faktoren berücksichtigen und trainieren.

Kurz und bündig: Better Brain = Better Performance.

In 12 Wochen werden wir jede Woche ca. 1 Stunde gezielt an allen drei Systemen arbeiten. Jede Stunde folgt ca. diesem Template:
1. 10min Erklärung fundamental wichtiger Konzepte
2. 10min sensorisches Warm-Up
3. Move Well – präzise Joint Mobility Übungen. Diese Übungen schauen viel einfacher aus, als sie tatsächlich sind. Sie sind total unterschätzt und bringen ungemein viel, wenn man sie regelmäßig praktiziert.
4. Balanceübungen
5. Augenübungen – es geht nicht nur um scharfes Sehen, sondern Sehvermögen beinhaltet soviel mehr! Selbst wenn man es am eigenen Leib erlebt hat mag man nicht glauben, wie effektiv diese Übungen sein können!
6. Wrap-Up: Fragen, Anregungen für den Rest der Woche und Vorausblick auf die folgende Einheit.

Für jede Gruppe wird es 10 Plätze geben und ich empfehle euch die Einheit VOR eurem WOD zu machen!

Am Montag, um 20h wird es einen ca. 1 stündigen Vortrag zu diesem Thema geben, um euch an Hand kurzer Theorien und viel Praxis den Mund wässrig zu machen.

Komm vorbei!

September 21, 2017