Durch Kalorienzählen zur Traumfigur?

Jeder kennt die Situation: Der Sommer ist da und der Beachbody ist noch nicht erreicht. Man hört sich etwas um oder googelt den schnellsten Weg, wie man Fett verliert. Egal welche Diät dazu gewählt wird, meist basiert sie auf der Methode der Kalorieneinschränkung. Der nächste Schritt ist meist, dass man sich einen Fitnesstracker runterlädt und beginnt, Kalorien zu zählen. Doch Kalorienzählen beinhaltet viele Tücken. Bevor wir jedoch die einzelnen Beschränkungen des Kalorienzählens auflisten, kommt erstmal ein kleiner Exkurs über den Begriff Kalorien.

Was sind Kalorien?

Eine Kalorie bzw. eine Kilokalorie ist eine veraltete Einheit um auszudrücken, wie viel Energie notwendig ist, um einen Liter Wasser von 14,5 °C auf 15,5 °C zu erwärmen. Die momentan verwendete Energieeinheit in der Wissenschaft nennt sich Joule und beschreibt jene Energiemenge, die notwendig ist, um ein Kilogramm mit einer Kraft von einem Newton um einen Meter zu anzuheben.

Umrechnungsfaktoren:

1 kJ= 1000 Joule = 0,239 kcal oder

1 kcal= 4,184 kJ

Generell gilt: Nehme ich mehr Energie mit der Nahrung auf als ich benötige nehme ich Gewicht zu. Nehme ich weniger Energie auf als ich benötige verliere ich Gewicht. Kalorienzählen soll einem dabei helfen, dies zu schaffen. Das Problem ist leider nur, dass Kalorienzählen nicht exakt ist und viele Fehler beinhaltet.

Fehler bei Kalorienzählen

1) Angaben auf dem Lebensmitteletikett:

Die Angaben auf den Lebensmitteletiketten sind meist nicht richtig: Im besten Fall hat der Hersteller

des Produkts es im Labor in einem sogenannten Bombenkalorimeter testen lassen. Diese Methode

misst jedoch den physikalischen Brennwert. Der physikalischen Brennwert ist die Angabe der

enthaltenen Energie, wenn das Produkt komplett verbrannt bzw. die ganze Energie verwendet ist. Bei dieser Methode wird zudem nur ein kleines Stück des Produktes gemessen und nicht das komplette Produkt. Von diesem Teil wird anschließend auf das Ganze hochgerechnet. Und: Niemand weiß, wie das Produkt getestet wurde – im rohen Zustand, im gebackenen, gekochten etc. Je nach Zubereitungsart bleiben mehr oder weniger Inhaltsstoffe erhalten.

2) Was passiert, wenn das Lebensmittel im Körper ist?

Das Lebensmittel beinhaltet also einen physikalischen Brennwert. Unser Körper verwertet Lebensmittel jedoch nicht zu 100%. Im Körper herrschen viele Auf-, Um-, Ab- oder Transportprozesse, die wieder Energie kosten und bei denen Abfallprodukte entstehen. Kurz gesagt: Der Körper kann die Energie nicht zu 100% verwerten. Es gibt zwar grobe Angaben wieviel wirklich verwertet werden kann, jedoch variiert die Aufnahme von Produkt zu Produkt und niemand kann sagen wieviel wirklich absorbiert wird.

3) Datenbanken sind nicht korrekt

Nur 10% der Produkte, die in modernen Lebensmitteldatenbanken zu finden sind, wurden wirklich im Labor (wie oben beschrieben) getestet. Die restlichen Produkte wurden von anderen Produkten intrapoliert. Diese Ungenauigkeiten können bis zu 50% entsprechen. So können zum Beispiel 150 kcal entweder von 130-180 kcal bedeuten. Gerade bei Obst und Gemüse kann man den Unterschied schmecken. Nehmen wir das Beispiel Rucola. Wurde der Rucola am Morgen gepflückt schmeckt er meist schärfer, da er mehr Bitterstoffe enthält. Keine Datenbank kann aber sagen, ob mein Rucola aus dem Supermarkt am Morgen oder Abend gepflückt wurde.

4) Es werden nicht alle Kalorien aufgenommen

Das trifft vor allem auf Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Ballaststoffen zu.

5) Die Zubereitungsart kann die Kalorienaufnahme erhöhen

So haben zum Beispiel gekochte Eier um bis zu 35% mehr Energie, die der Körper verwerten kann, als rohe Eier. Umso kleiner die Lebensmittel geschnitten werden (oder sogar im Blender zubereitet) können bis zu 90% mehr Kalorien aufgenommen werden.

6) Darmbakterien

Wir alle haben eine einzigartige Darmflora. Unterschiedliche Gehalte und Arten von Darmbakterien können zu einer erhöhten Aufnahme von 150 kcal pro Tag führen.

7) Einschätzung der Portionsgröße

Nicht jeder hat jederzeit eine Waage dabei, um seine Portion zu messen. Meist tendiert man unbewusst bei seinen Lieblingsspeisen dazu, kleinere Angaben zu machen. Gerade bei fetthaltigen Lebensmitteln, wie Käse, Olivenöl, Avocado oder Nussbutter, können so schnell 100kcal mehr auf dem Teller landen.

8) Kalorienzählen ist weiterer Stress

Abnehmen bedeutet für den Körper schon Stress, da er an seine Reserven gehen muss, um diese zu verarbeiten. Kalorienzählen ist weitere Arbeit für den Körper und bedeutet vermehrten Stress. Gerade bei Familienfeiern, Geburtstagen etc. will sich niemand anhören müssen warum man eine Waage gerade auf den Tisch stellt oder Diskussionen führen, warum man kein Stück vom Kuchen nehmen will.

Resümee

Nährwertangaben auf Lebensmitteln sind sehr ungenau. Wir können nicht alle Kalorien verwerten, die in den Lebensmitteln enthalten sind. Die Art und Weise der Zubereitung verändert den Gehalt an Energie, die wir absorbieren. Durch individuelle Darmflora verwertet Jeder Kalorien auf andere Art und Weise, und die eigene Einschätzung von Portionsgrößen ist sehr ungenau. Kalorienzählen eignet sich, um einen groben Überblick über Lebensmittel und deren Energiegehalt zu bekommen, wenn man sich noch nie mit Ernährung beschäftigt hat. Es ist jedoch kein geeigneter Weg, um wirklich langfristig Gewicht abzunehmen.

Ziele erreichen

Du willst deine Ziele endlich erreichen? Wir helfen dir gerne dabei. Zum Beispiel bei unserer „Road to 100% Vol. 2“ werden wir genauer darauf eingehen, welche Art und Weise du für deinen Körpertypen essen kannst um deine Ziele zu erreichen.

Viel Spaß beim Genießen,

Rick Schmitz

Bildquellen:

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